408. Der große Stein bei Gristow.

Nördlich von der Insel Gristow, etwa auf halbem Wege zwischen Cammin und Zünz, liegt in der Diwenow nicht weit vom Ufer ein gewaltiger Granitblock; der liegt schon seit grauen Jahren da und ist vor Alters ein prächtiges Schloß gewesen, in welchem ein gieriger Räuber wohnte. Dieser stellte vornehmlich auch den Mädchen nach, und wollte einst einem solchen Gewalt anthun; aber die verstand sich auf Zauberei, drückte das ganze Schloß [455] in einen großen Steinklumpen zusammen und schloß den bösen Räuber für ewige Zeiten darin ein.

In Cammin erzählt man auch den Kindern, daß der Storch sie vom großen Stein her ihren Eltern bringe.


License
CC-BY-4.0
Link to license

Citation Suggestion for this Edition
TextGrid Repository (2026). Graesse, Johann Georg Theodor. 408. Der große Stein bei Gristow. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4f404.0