Die Musik

Da aber die irrenden Töne vorüber rauschen am Ohre des Menschen nahm er sie auf in sein innerstes, trug sie unter seinem Herzen, und nachdem er ihnen von seinem Herzen, und nachdem er ihnen von seinem Geiste eingehaucht hatte, hies er sie wandern und reden zu den verwandten Seelen. So trägt jeder Tonkünstler das Reich der Töne noch einmal unter seinem Herzen, nährt es von seinem Geiste und gebiehrt es dann wieder, und es trägt seine Züge, und wandert bis zur neuen Wiedergeburt.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Günderode, Karoline von. Die Musik. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4gs0z.0