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Der Löwe und der Hase.

Ein Löwe hielt zum Spaſs
ein drollig Thier von einem Hasen,
das, von der hohen Gunst ein wenig aufgeblasen,
sich kühner Reden oft vermaſs.
Einst fragt das Häschen: „Sagt mir doch,
Herr Leu,
weſswegen lauft ihr vor dem Hahnenschrey?
Wie kann der Hahn den Löwen schrecken?“
„Wahr ist’s, die kleinen Thiere necken
uns groſse oft (versetzt’ der Leu.)
So kann der Elephant das Grunzen nicht vertragen,
und läſst, so groſs er ist, sich von dem Schwein
verjagen,
wie ich mich von der Hähne Schrey’n.
Es ist das Schicksal groſser Thiere,
in Kleinigkeiten schwach zu seyn.“
„Jetzt merk’ ich, (sprach das Häschen mit
Geziere)
warum wir Hasen uns so vor den Hunden
scheu’n.“

Appendix A


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Soltau, Dietrich Wilhelm. Pfauenfedern 02: Der Löwe und der Hase. Göttingen TEI-Micropublications Project. https://hdl.handle.net/21.11113/4nst9.0