150.

Es ist ein alter Glaube in Neuvorpommern und auf Rügen, daß man in die Gruft eines vornehmen Hauses hinabsteigen und dort den kleinen Finger eines Todten holen müsse; denn das bringt Glück. Vor nicht langer Zeit lebte in Steinhagen ein Karrenbesitzer, der mit seinen Pferden immer viel Unglück hatte; dieser holte sich deshalb einen Todtenfinger und warf ihn in die Pferdekrippe; er mußte es aber wol nicht richtig angefangen haben, denn alle Pferde starben ihm; er selbst hatte keine Ruhe, bis er das Abendmahl genommen hatte. Reinhold von Pommeresche.


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TextGrid Repository (2026). Kuhn, Adalbert. 150. [Es ist ein alter Glaube in Neuvorpommern und auf Rügen, daß man]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4cmwf.0