1095. An Nanda Keßler

1095. An Nanda Keßler


Hattorf Sonnabend [21. November 1896]


Meine liebe Nanda!

Von der Mama erfuhr ich bereits, die Operation sei normal verlaufen, und nun höre ich soeben zu meiner großen Freude von Dir selber, daß du ohne Fieber und wohl verpflegt bist. Noch ein wenig Gelaßenheit und Geduld und dann wird alles bald bestens in Ordnung sein. Deine Kinder sind ja unterdeß bei der Großmama gut aufgehoben.

Ich kam hier in Hattorf vorgestern Nachmittags an, bei Nebelwetter. Heut hat's aber den Anschein, als ob's sogar gründliches Regen- und Schneewetter werden wollte. Vor den Harzbergen hängt ein gräulicher Vorhang.

Die beiden kleinen Mädeln, Trudel und Irmgard, sind dafür im Haus um so lustiger anzusehn.

Nun gieb mir, bitte, aber bald wieder Nachricht, wie es Dir weiter geht.

Adreße: Herrn Pastor Nöldeke

Hattorf am Harz

Und sei auf das Herzlichste gegrüßt von

deinem altenOnkel Wilhelm


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Busch, Wilhelm. 1095. An Nanda Keßler. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4dkbb.0