233. Beweine die Todten nicht zu sehr!

Jede Thräne die um einen Begrabenen geweint wird, fällt in dessen Leichentuch und macht es naß. – Meiner Großmutter starb ein Kind, welches sie sehr beklagte und beweinte. Da erschien ihr das Kind des Nachts und sagte: »Mutter, höre doch auf über mich zu weinen! In meinem Leichentuche ist nur eine Stelle, wie ein Thaler groß, noch trocken; wenn auch diese naß ist, dann habe ich keine Ruhe im Grabe mehr.«


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Schambach, Georg. 233. Beweine die Todten nicht zu sehr!. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4fc1m.0