Am Karfreitagmorgen

Bin die vorige Nacht unterwegen gewesen. Etwas kalt schien einem der Mond auf den Leib, sonst war er aber so hell und schön, daß ich recht meine Freude dran hatt, und mich an ihm nicht konnte satt sehen. Heut nacht vor tausendachthundert Jahren schienst du gewiß nicht so, dacht ich bei mir selbst; denn es war doch wohl nicht möglich, daß Menschen im Angesicht eines so freundlichen sanften Monds einem gerechten unschuldigen Mann Leid tun konnten! –

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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Claudius, Matthias. Am Karfreitagmorgen. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4g0df.0