250. An Maria Anderson

250. An Maria Anderson


Wiedensahl 11 Febr 1875


An Frau Marie Anderson

Wiesbaden

De vrije gedachte fand ich auf meinem Tisch, als ich gestern Abend von einer Reise zurück kehrte. Ich las vorerst mal Ihren Artikel über Vivisection; so und gewiß! ich habe daßelbe Gefühl wie Sie. Aber, aber; ich fürchte, das Übel steckt tief in der Wurzel. Ist nicht Alles, was lebt, mit gleicher Schuld behaftet? Was lebt, das leidet; leidet, weil es lebt, und lebenwill es. Der Wille muß sich wohl erst gründlich die Hörner abstoßen, bis endlich mal der große Rückschlag kommt und Ruhe wird[.] [130] Meinen besten Dank für die Zusendung der Hefte. Ich werde sie mit Aufmerksamkeit durchlesen und prompt zurücksenden.

Ihr ganz ergebenster

Wilhelm Busch


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Busch, Wilhelm. 250. An Maria Anderson. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4gr7d.0