[72] [75]Neunter Gesang

Jetzo kam Eloa zurück von dem Throne des Richters.
Voll von tiefen Gedanken und langsamer schwebt' er des Tempels
Zinne vorüber, trat in der Väter Versammlung und sagte:
»Eh ich rede, betet mit an; denn ich will anbeten,
Eh ich rede!« Da sanken sie All' auf ihr Angesicht nieder,
Beteten still den Unendlichen an. Mit eben der Stille
Standen sie auf. Eloa verstummte noch. Endlich redt' er.
»O Du, welchen der Name nicht nennt, der Gedanke nicht denket,
Erster! Zu ihm erhub ich mich, wollte von Antlitz zu Antlitz
Schaun, der Gericht hielt, schaun den Unausgesöhnten im Dunkeln,
In der furchtbaren Herrlichkeit, Gott! Ich kam an die Sonnen;
Und die dämmerten! kam zu des Himmels Pole; da rangen
Trübe Schimmer mit Nächten! Ich ging zu dem Throne; da wurd' es
Dunkler um mich, und nun noch dunkler, und nun ... Doch ich suche
Namen und finde sie nicht, wie es um den Unendlichen Nacht war!
Keine Namen dem Schauer, der von dem Unendlichen ausging!
Und ich stand, und ich hörte von fern die Ströme der Hölle
Rauschen unter der tiefen verstummenden Schöpfung. Ich schwebte
Langsam weiter. Da rufte der erste der Todesengel
Gegen mich her: ›Weß Schweben ist dieses Endlichen Schweben?‹
Und ich bebte zurück, sank auf mein Angesicht nieder,
Betet' ihn an und verstummt' und betet' ihn an, der Gericht hielt.«
Also sagt' er und wandte sich weg und verhüllte sein Antlitz.
Jesus war sein Haupt zu dem Herzen niedergesunken,
Und es schien, als schlummert' er. Selbst der lästernden Menge
Ungestüm legte sich, wie an dem unbestürmten Gestade
Endlich das Weltmeer ruht. Die den Göttlichen liebten, umirrten
Golgatha oder die äußerste Fern', aus der den Versöhner
Noch mit weinendem Blick sie zu sehn vermochten. Doch Jeder
Mied den Andern, damit sie sich nicht die tiefe Wunde
Tiefer grüben, sprächen sie sich. Nur der Jünger der Liebe
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Und des Leidenden Mutter verließen sich nicht. Sie standen
Unten am Kreuz. Der Jünger, der schwur, daß er Jesus nicht kenne,
War die schlaflose Nacht und den Morgen umhergezittert,
Hatte Ruhe gesucht und keine Ruhe gefunden.
Also irret ein Sohn bei Geripp und Scheiter am Meere,
Dem sein Vater nicht ferne von ihm an einem der Felsen
Umkam; sprachlos irrt er umher und sieht unverwendet
Nach dem Felsen, auf dem sein Vater geschmettert und todt liegt.
Endlich rufet er jammernd gen Himmel: er habe den Vater,
Ach, er hab' ihn verlassen, im tiefen Meere verlassen!
Petrus ermattet itzt ganz und bleibt auf einer der Anhöhn
Nah an Golgatha stehn und läßt die bleicheren Hände,
Die er nicht mehr zu ringen vermag, hinsinken. Sein Schutzgeist,
Seraph Ithuriel, sieht ihn und gießet ihm einige Tropfen
Ruh in das Herz. Nur dieses vermag er jetzo zu geben,
Ob er gleich ein Unsterblicher ist. Der traurende Jünger
Fühlt die Lindrung und kommt so weit zu sich selbst, daß er aufsieht
Und mit wünschendem Auge nach seinen Freunden umhersucht,
Daß er zu ihnen gehe, sie ihn bestrafen und trösten.
Aber er stand noch immer und sah nach Jerusalem nieder.
Denn zu dem Hügel hinauf, dem Todeshügel, zu sehen,
Dieses vermocht' er nicht. Sein Aug' arbeitet mit scharfem
Untersuchenden Blick, die stolze Stadt zu erkennen.
Aber sie lag, so weit sie Gefilde deckte, so hoch sie
Thürmte, gehüllt in traurende schwerbelastende Dämmrung,
Fürchterlich da. Kaum daß noch von seiner Zinne der Tempel,
Und von den steigenden Thürmen der Sion sterbenden Schimmer
Sinken ließen. So lag Jerusalem. Petrus wandte
Nach der Seite sein Auge, von der ein dumpfes Gemurmel
Kam, Gespräche der Fremdlinge, die zu dem Feste gekommen
Waren und jetzo eilten, am Kreuz den Propheten zu sehen.
Petrus geht zu ihnen herab. Nach seinen Geliebten
Suchet er unter den stilleren Haufen. Er suchte vergebens.
Jetzo hält ein Gespräch ihn. Ein Mann in fremdem Gewande,
Glänzend gekleidet und schwarz von Gesicht, fragt einen der Greise,
Dessen Auge Vertraulichkeit ist, und dem ein geliebter,
Zarter, bebender Sohn an dem Arm hängt: »Aber so sag denn,«
Sprach der Fremdling, »was hat er, daß sie ihn tödten, verbrochen?« –
»Was er verbracht? Sie tödten ihn, weil er den Kranken Genesung,
Gehende Füße den Lahmen, den Tauben Ohren, den Blinden
Augen gab, die Besess'nen – ich war der Elenden einer –
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Ihren Qualen entriß, ach, weil er die Todten erweckte,
Weil er in mächtigen Reden die Pforten des ewigen Lebens
Unseren Seelen eröffnete, weil er ein göttlicher Mann war.
Aber (er sah, indem er sich wendete, Petrus) Du siehst hier,
Fremdling, einen seiner Geliebten, die der Prophet sich
Auserwählete, daß sie ihn sähen und hörten, und die er
Von der wahren Verehrung des Ewigen Alles gelehrt hat.
Unterrichte Du selbst« – er kehrt zu Petrus sich – »lehre
Diesen Fremdling und mich, warum sie den Göttlichen tödten.
Laß, Mann Gottes, laß Dich erbitten und wende Dein Antlitz
Nicht von mir weg! Du kennest ihn, Du warst sein Erwählter!
Brüder lieben sich so nicht, als Du und Johannes ihn lieben.«
Petrus wandte noch immer sich weg, nicht, weil er erkannt war,
Denn itzt war er zu sterben bereit. Das Wort von Johannes
Und ihm selber durchdrang sein innerstes Mark ihm. »Ihr Freunde,«
Sprach er endlich mit stammelnder Wehmuth, »was ich zu sagen
Jetzo vermag, das ist: Es stirbt der beste der Menschen!«
Mit dem eilenden Worte verlor er sich unter die Menge.
Aber Samma und Joel und Candacens Vertrauter,
Welchen nachher Philippus von Gottes Geiste gerufen,
In die Quelle des Heils eintauchte, gingen mit Staunen
Hin nach Golgatha. Petrus entdeckt' in der Ferne Lebbäus,
Wie er in Trübem an einem verdorrenden Baume gebückt stand,
Und ging gegen ihn hin. Nun kam er nahe; Lebbäus
Aber erkannt' ihn noch nicht. Ihn redete Petrus mit leisem,
Brechenden Laut an: »Hast Du ihn auch an dem Kreuze gesehen?
Zwar auch Du bist elend, doch darfst Du zu ihm Dein Auge
Offen erheben; aber ich ... O, lindre mein Elend!
Hier, hier blutet sie mir, hier blutet die brennende Wunde!
Einen Laut nur, den einzigen Trost nur von meinem Geliebten!
Aber Du schweigst?« Noch schwieg er. Vergebens rang sein Gefühl sich,
Nun zur Stimme zu werden. Doch waren sein bebendes Antlitz,
Seine Thränen nicht sprachlos. Allein die Tröstung berührte
Simon's Seele nur leise. Mit schwerem Herzen entweicht er,
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Ueberläßt sich von Neuem der Menge Wogen und treibt so
Mit dem Strome. Da er itzt einem der eilenden Haufen,
Weggedrungen, entkommt, da sieht er auf einmal Andreas,
Seinen Bruder, vor sich. Er wollt' ihn fliehen; allein er
Winket ihm zu, daß er sich mit ihm noch weiter entferne.
Nunmehr wendet Petrus sich um: »Mein Bruder, mein Bruder!«
Und umarmt ihn, nicht feurig wie sonst: mit müder Umarmung
Faßt er ihn um und weint an des Bruders Halse. »Mein Bruder,
Ach, mein Bruder!« erwidert mit sanfter Wehmuth Andreas.
»Gerne wollt' ich, allein ich kann, ich kann's nicht verschweigen!
Simon, es blutet mein Herz mit Deinem Herzen! Den besten
Unter den Menschen, den treusten, den liebevollsten der Freunde,
Gottes Sohn, den hast Du vor seinen Feinden verleugnet!«
Göttliche Traurigkeit, Dem, den er verleugnete, heilig,
Voller herzlicher Dank, geweiht der Treue des Bruders,
Waren in Simon's Augen; allein der Mund verstummte.
Und sie hielten und sahen sich kaum. Dann gingen sie seitwärts
Hand in Hand und sahen sich kaum. Zuletzt entsanken
Ihre Hände sich, und sie verließen einander. Des Trostes
Stets noch bedürftig, noch immer voll heißes Durstes nach Troste,
Ging der einsame Petrus. Nicht lang', so schreckt' ihn der Anblick
Zweener Männer, die er verehrte. Zwar wollt' er entrinnen;
Aber sie waren zu nah. »Kennt uns des göttlichen Lehrers
Theurer Jünger nicht mehr?« sprach Joseph von Arimathäa.
»Simon, wir sind auch Jünger. Wir waren es heimlich; doch jetzo
Sind wir bereit, uns zu ihm vor allem Volk zu bekennen.
Nikodemus, mein Freund, Du kennst den Edlen, er that's schon
Vor der Versammlung des Raths. Mit unerschüttertem Muthe
Sprach er für Jesus; ich aber, ach, ich bekannt' ihn so spät erst,
Nur durch das Weggehn, als Nikodemus der Sünder Versammlung,
Sich nicht mehr zu entweihn, verließ.« – »So hemme denn, Joseph,
Theurer Joseph, den Schmerz,« sprach Nikodemus, »der immer
Deine sanfte Seele noch quält. Du gingst ja mit mir weg!
Du bekanntest ihn ja!« Mit thränenhellerem Blicke
Richtete Joseph sein Auge gen Himmel: »Erhör, o, erhöre,
Du Gott Jesu und Abraham's Gott, warum ich Dich anfleh'!
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Den ich so schwach, da er lebte, bekannte, laß Den mich, Du Helfer,
Wenn er todt ist, mit Muth vor Aller Auge bekennen!«
Hier schweigt Joseph. Indem sein Gebet zu des Ewigen Throne
Stieg, und zu ihm die Erhörung mit ihren Gnaden herabkam,
Wandte sich Nikodemus zu Petrus: »Du blickest, o Simon,
Wehmuthsvoll von uns weg. Wir fühlen's, was Du empfindest;
Ach, wir empfinden den Tod, der den heiligsten unter den Menschen
Jetzt zu tödten beginnt und vielleicht den gefürchteten Schlag bald,
Bald den letzten gethan hat! Allein, o liebender Jünger,
Sag es uns auch, geuß diesen Balsam in unsere Seelen,
Daß uns dies Dein Auge voll Wehmuth zugleich nicht mit anklagt,
Daß wir vordem den göttlichen Mann insgeheim nur bekannten.
Doch wir verdienen es wol.« Wie ein Baum, ergriffen von Sturme,
Nach der einen Seite durch bleibendes Brausen gebogen
Steht, so stand mit gewandtem Gesicht der bebende Petrus.
Aber itzt unterlag er der Angst, verhüllte sich, flohe,
Suchte Ruh in größerer Qual. Denn er kehrte mit Eile
Zu dem Todeshügel zurück. Er war zu des Hügels
Fuße mit schwerem Schritt gekommen. Ihm athmet sein Leben
Schneller, und jetzo wagt er es, zu dem Kreuze die Augen
Aufzuheben, allein nicht bis zu des Sterbenden Haupte.
Unten am Kreuz erblickt er, nicht fern von einander, Johannes
Und die Mutter des großen Geopferten, Beide vor Jammer
Eingewurzelt, Beide verstummt, und thränenlos Beide.
Auch nicht fern umgaben das Kreuz nicht wenige Treue,
Welche von Galiläa gefolgt dem Göttlichen waren.
Wie geringer Geburt, wie unbeladen vom Glücke,
Wie unmerklich der Welt sie auch waren, so hat der Geschichten
Ewigste doch aus dem redlichen Haufen einige Namen,
Einige theure Namen erhalten der glaubenden Nachwelt.
Engel nannten sie früher mit neuen Namen am Throne.
Magdale Maria, Maria, die Mutter Joses'
Und Jakobus', Maria, die Mutter der Zebedäiden,
Und Du, deren Schwester, die jetzt den besten der Menschen,
Ihren einigen Sohn, am langsamtödtenden Kreuz sah,
Auch Maria genannt: Die waren von Denen, die näher
Kamen zum Kreuz als Viele, die auch den Göttlichen liebten!
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Magdale Mirjam war zu der Erde niedergesunken.
Sehnsuchtsvoll, zu sterben, nun auch zu sterben, entriß sie
Jeder Hoffnung, jeder Erinnrung der Wunder des Mittlers
Sich mit Ungestüm, ward von ihrer Traurigkeit Strome
Unaufhörlich ergriffen und fortgeschleudert. So lag sie
Auf dem Hügel und füllte mit ihrer Klage den Himmel.
Sie zu trösten geneigt, obgleich selbst trostlos, redet
Joses' sanfte Mutter sie an und verstummt im Reden.
Bleich steht in der dämmernden Nacht der Zebedäiden
Klagende Mutter. Sie ringt die Hände gen Himmel und blicket
Starr hinauf und staunt, daß die göttliche Rache noch säume.
Ganz von Schmerze betäubt und so vor Traurigkeit sprachlos,
Daß die schwache Lindrung der Seufzer, auch die ihr versagt war,
Kniete nicht fern von Maria, der Mutter des göttlichen Dulders,
Ihre Schwester und sah in der Nacht den Blutenden schweben.
Keiner beklagt wehmüthiger diese Beängsteten, Keiner
Herzlicher als der gerettete mitgekreuzigte Jüngling.
Aber auch der Unsterblichen Blicke, den Vätern entgehen
Dieser Traurenden Schmerzen nicht ganz, ob sie am Versöhner
Gleich mit jeder von ihren erhabnern Empfindungen hangen.
Abraham hatte die Rettung des mitgekreuzigten Jünglings
So mit Freuden des ewigen Lebens erfüllt, daß er Alles,
Was der Sterbende that, mit inniger Liebe bemerkte.
Jetzo bewegt' ihn das Mitleid, mit dem der geheiligte Jüngling
Auf die frommen Leidenden sah, so sehr, daß er schnell sich
Seinem verstummten Erstaunen entriß und zu Moses sich wandte,
Welcher, verstummt wie er, bei ihm stand. Der erhabene Vater
Von dem zwölfgestämmten Judäa sprach zu dem Stifter
Jener Hütte, die, lang' des Allerheiligsten Vorbild,
Opferte, zu dem Schreiber des gottgebotnen Gesetzes:
»Was wir sehen, o Sohn, was diese wenigen Stunden
Uns enthüllen, davon wird Ewigkeiten Dein Vater
Sich mit Dir besprechen. Itzt, da das verstummende Staunen
Mich verlassen hat, wollen wir diesem grenzlosen Meere
Einige Tropfen entschöpfen. Du sahst auf Horeb des Mittlers
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Herrlichkeit, ich in Mamre's geweihetem Haine. Da war er
Sanfter, da tönte des Göttlichen Mund melodische Gnaden.
Ebenso sanft, so süßbetäubend erklang mir die Stimme
Von dem geretteten Sünder, von meinem Kinde.. Mein Jubel
Ström' in die Jubel der Himmel, daß Du die Sünder erlösest,
Gottgeopferter! Wie dem nahen Grabe der Jüngling
Sanft zulächelt! wie ihn die Erbarmungen Gottes beseelen!
Wie der Friede des ewigen Lebens sich über ihn breitet!
Wie gerührt er zugleich, obschon des besseren Lebens
Ruhe so nah, und wie voll Mitleid die Leidenden anblickt!
Aber, daß meine Kinder den Allerheiligsten tödten,
Keine Reue sie schmelzt, sie nicht, wie Jener, zurückfliehn:
Ach, was würd' ich darüber, wofern ich noch sterblich am Grabe
Stünde, was würde darüber ihr grauer Vater empfinden!
Was mir Gabriel gern verschweigen wollte, nicht konnte,
Laß den trüben Trauergedanken, doch schnell und geflügelt,
Vor Dir über, o Sohn, dann zurück zur Vergessenheit gehen:
Der mit diesen Wunden zum Weltgerichte wird kommen,
Hat prophetisch gesprochen den Gottverlaßnen ihr Urtheil.
Auch sie haben es über sich selbst gesprochen. Der Heide
Wollt' ihn nicht verdammen; sie aber thaten es, riefen:
›Ueber uns komme sein Blut und über unsere Kinder!‹
Ach, hat nur kein Engel des Todes die schrecklichen Worte
Nicht mit eisernem Griffel in ewige Felsen gegraben
Und vor Gott sie gestellt! Ich seh', ich sehe die Völker
Aller Enden, so weit der Aufgang strahlt und der Abend,
Alle Menschen zum Kreuz des Gottversöhners versammelt,
Aber meine Kinder nicht mit!« Ihm erwiderte Moses:
»Vater Isak's und Jakob's und jener Treuen, die dennoch,
Ob zu dem Bilde das Volk gleich lief, Jehovah verehrten,
David's Vater und Der, die den Gottversöhner geboren,
Und Deß Vater, der nun Söhnopfer blutet, o, hebe,
Abraham, auf Dein Aug' und sieh! Zwar, was ich Dir sage,
Weißt Du Alles; doch ist es gut die gesehene Wahrheit
Wieder zu sehen. Sie sind ein Volk des Gerichts und der Gnade!
Er, der thun wird, was er gethan hat, der Unerforschte,
Der mit der Rechten Erbarmung, Gericht mit der Linken herabwinkt,
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Hat sie auf einen Felsen gestellt, dem Menschengeschlechte,
Allen Söhnen des Staubes, zum strahlenhellen Beweise,
Daß es in ihrer Gewalt sei, Tod oder Leben zu wählen.
Wer nun unter ihnen den warnenden Felsen entdeckt hat,
Wenn ein solcher Pilger der Erdewanderschaft dennoch
Nicht aufschauet und lernt, der verwirft sich selber. Sein Blut sei
Ueber ihm selbst, wenn er nun jenseit des Grabs zu dem andern
Größeren Tod hinunter geführt wird!« So endete Moses.
Abram begann von Neuem: »Du hast das dankende Lächeln,
Sohn, gesehn, mit dem ich Dich hörte. Vielleicht, wenn sie lange
Als ein furchtbares Mal gestanden, zu sündigen haben
Aufgehört – denn es trägt des Vaters Sünde der Sohn nicht –
Dann, o Moses, vielleicht, dann werden sie (sanftes Entzücken
Ueberfällt mich, und Friede von Gott umlächelt mein Auge),
Ach, dann werden sie zu dem Gottversöhner, zum Retter
Aller Menschen, zu ihm, der sie des Tags in der Wolke
Und in seiner Flamme die Nacht nach Kanaan führte,
Der an dem Kreuze für sie auch blutete, wiederkommen!
Kommt, kommt wieder, o, kommt zu Dem, der Euch retten will, wieder,
Meine Kinder, zu Ihm, zu Ihm, den Ihr tödtetet, wieder!
Zu dem geschlachteten Lamm! kommt wieder zum ewigen Leben!«
Betend schaut' er gen Himmel. Ihn sah der Geliebte, die Tröstung
Seines Alters, sein Sohn. Der Jüngling kam zu dem Vater.
Denn ihm war die Jünglingsgestalt nach dem Tode gegeben,
Daß er dem Himmel auf ewig den Gottgeopferten bilde.
Isak sprach: »Ich sah in Deinem Antlitz, o Vater,
Deine Gedanken von fern. Ach, unsere Kinder tödten,
Den, der für sie sich heiliget, tödten sie! Ewiger Richter,
Du erbarmst Dich noch ihrer und trägst sie auf Adlersflügeln,
Wie Du aus Aegyptus sie trugst, zu ihrem Erretter!
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Seligkeit gießet diese Betrachtung, Entzückungen gießt sie
Mir in die Seele! Noch eine durchströmt mich mit heiligem Schauer.
Ach, Du weißt es noch wol, als Du auf jenem Gebirge –
Heilig, auf immer heilig ist mir die Stätte des Opfers –
Als Du dort zum Altare mich führtest. Dein freudiger Sohn ging
Neben Dir her und wollte mit Dir dem Ewigen opfern.
Aber, da ich nunmehr auf dem Opferholze gebunden
Lag, und der heilige Brand bei mir aufflammte, mein Auge
Thränend gen Himmel blickte, Du mich das letzte Mal küßtest,
Dann Dich wandtest und nun den blinkenden Dolch, den Verderber,
Ueber Deinem Geliebten emporhieltst, da ... Doch von dieser
Stunde Trauren schweig' ich! Jahrhunderte Freuden bekrönen
Sie mit Seligkeit! Ach, Dein Isak wurde gewürdigt,
Gottes Opfer, das Opfer, das nun auf Golgatha blutet,
Vorzubilden! Entzückung und sanfte Traurigkeit rinnen
Durch mein unsterbliches Leben!« Er sprach's, und Abraham's Stimme
Hauchte mit leisem Lispel ihn an. Sie sprach zu dem Sohne:
»Laß uns zu dem Geopferten beten!« Dann knieten sie Beide
Dicht an einander. Ein Arm war um den andern geschlungen,
Ihre Hände nach Golgatha hin gefaltet, und Abram
Betet': »O Du – allein mit welchem göttlichen Namen
Soll ich zuerst Dich nennen, Du großer Sündeversöhner?
Oder hörst Du Dich lieber die Wonne der Glaubenden nennen?
Sohn des Vaters, was hab' ich, seitdem Dich in Bethlehem's Hütte
Eine sterbliche Mutter gebar, was hab' ich empfunden!
O Du weinendes Kind, mit welchem Donner durchhalltest
Du die Himmel, als Du an dem Staube der Sterblichen weintest!
Unbegriffen von Engeln, doch ihrer Jubelgesänge
Höchste Begeisterung, hülltest Du Dich in niedriges Leben!
Kaum, daß sie Dich noch erkannten; Du aber thatst es und gingest
Auf dem erhabenen einsamen Wege daher und dachtest
Deinen Tod. Du bist zu dem großen Ziele gekommen,
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Jenem Ziele, nach dem Du seit Ewigkeiten herabsahst,
Lange, lange zuvor, eh ich war! Unendlicher, Du nur
Konntest diesen Tod, den Erretter, zum Ziele Dir wählen,
Meinen Erretter und aller Söhne des ersten Gefallnen!
Und nun blutest Du, nun, ihn zu sterben! Wir halten, o Gottmensch,
Unser Mitleid zurück! Denn Du bist über das Mitleid
Aller Endlichen weit erhoben; allein wir empfinden
Diesen großen gefürchteten Schlag, mit welchem der Tod Dich
Trifft, der die weite grenzlose Schöpfung herab und hinauf bebt,
Wir empfinden ihn mit! Erbarme Dich unser, erhabner,
Ewiger Mittler, damit wir ihn nicht zu mächtig empfinden!
O Du Menschlicher! mehr, noch mehr erbarme Dich Jener,
Die an dem Staube dort stehn und dem Staube verwandter als wir sind!«
Abraham betete so. Sie schwiegen Beide. Darauf kehrt
Isak sich um und fragt: »Wer sind die kommenden Seelen,
Welche der Cherub gegen das Kreuz herführet?« Indem war
Schon die schimmernde Schaar dem Kreuze näher gekommen.
Wie ein Morgen erhuben sie sich. Sie hatten vor Kurzem
Ihre Leiber, die sinkenden Hütten, verlassen. Es waren
Seelen aus jedem Geschlecht der Menschen. Von Wende zu Wende
Wurde jetzo gebracht der schnellverzehrenden Flamme
Oder dem Grabe der Leib. Sie waren das kleinere Leben,
Ihrem Herzen getreu und rein, wie ein Sterblicher rein ist,
Durchgewandelt; allein kein gottgesendetes Licht war,
Ihnen zu leuchten, gekommen. Sie führte der denkende Cherub,
Wie sie voll des ersten Erstaunens über das neue
Höhere Leben waren und still zum Allmächtigen flehten,
Tausend Seelen. Zu ihnen kehrt der Cherub sein Antlitz.
Abraham und die Väter vernehmen's, was er herabruft
Zu den Seelen, indem an dem nächtlichen Kreuze sie schweben.
»Was Ihr sehet, erwägt's mit allen forschenden Kräften,
Die Euch zu der Betrachtung ließ die fromme Bewundrung.
Keiner, welchen ein Weib gebar, kann ohne den Mittler,
Der an dem Kreuze vor Euch dort blutet, den Ewigen schauen.
Seelen, ich künd' Euch an das Geheimniß der Ewigkeit. Jesus
Wird der Name genannt des Göttlichen, der für die Menschen,
Für die Verbrecher, des Todes Erben, dem Richter sich opfert.
Siehe, des Ewigen Sohn und einer sterblichen Mutter –
Ach, dort steht sie am Kreuz – ward Jesus der Erde geboren.
Leiden und Beten und Wunderthun und Lehren und Leiden
War sein Leben; und nun – der ganzen Ewigkeit Wonne
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Hänget daran – nun stirbt er für alle Erdegebornen,
Stirbt für Euch! Wär' er von dem Anbeginne der Welten
Nicht erkoren gewesen zum Gottversöhner, so stürbt Ihr
Nun den ewigen Tod, den alle Sünder einst sterben,
Denen sein Heil verkündiget wird, und die es verwerfen!
Gott, der Euer künftiges Leben vor Eurer Geburt sah,
Weiß, Ihr hättet das Heil des Erlösenden angenommen,
Hätt' er das Leben, das Euch an der Erde Staube bestimmt ward,
Mit den Tagen vereint der göttlichen Botschaft von Jesus.
Seelen, um Jesus' willen hat Euch das Wesen der Wesen
Los von der Strafe der Missethat gesprochen! Ihr seid nun
Rein vor Gott! Den Ihr zu erkennen rangt, nicht erkanntet,
Er hat Eure Thränen gesehn; das Flehen, der Sünde,
Die Ihr fühltet, wie wenig Ihr auch die tödtende kanntet,
Euch zu entreißen, dies innige Flehn, unsterbliche Seelen,
Hat er in seinem Himmel erhört! Es betete da schon
Der am Kreuze für Euch, daß Euch sein Vater erhörte
Und in Euch der Missethat tiefbrennende Wunde
Heilete! Denn Ihr wart zu dem ewigen Tode verwundet!
Sinkt auf das Antlitz und dankt dem Wiederbringer der Unschuld,
Eurem Mittler, dem Geber des ewigen Lebens, dem Dulder
Jesus, des Ewigen Sohne, dem Sohn der sterblichen Mutter!«
Unaussprechlich gerührt, von sanfter Wehmuth, von Staunen
Und von Seligkeit voll, sank jede der Seelen nieder,
Betete zu dem Sohne, dem wunderbaren Erretter,
Zu dem Sterbenden, der, eh Welten wurden, sie liebte.
Salem, Johannes' Engel, und Selith, der Hüter Maria's,
Sprachen, als sie vor sich die dankenden Seelen erblickten,
So mit einander: »Wie diese Begnadeten, Selith, es fühlen,
Daß sie es sind! Wie in ihnen den Frieden des ewigen Lebens
Seine Wunden, des liebenden Mittlers Wunden erschaffen!
Ach, sie sind nun auf immer der Trübsal des sterblichen Lebens,
Sind auf immer dem Schmerze der Staubbewohner entrissen!
Aber unsre Geliebten, so überschwänglich begnadigt,
Sonst mit Frieden von Gott, mit jeder Ruhe beschattet,
Zwar noch Pilger, allein die der Sterblichkeit Bürde nicht fühlten!
Aber nun ... Wie haben der Mutter, des Freundes Entzückung
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Diese Wangen voll Tod, die grabverlangenden Blicke,
Diese strömenden Wunden getrübt! O Selith, ich fühl' auch,
Fühle das Schwert, das durch die Seele den Weinenden gehet!«
»Salem, ich sah viel Leidende, sah viel duldende Menschen;
Aber keinen so elend als sie! Doch mischt sich Bewundrung
In mein Mitleid. Was vor ein Anblick ist diesem zu gleichen,
Menschen, die der Ewige liebt, so leiden zu sehen?
Aber was mir mein Erstaunen mit Beruhigung mildert,
Ist die Tröstung, die Gott dann oft den Leidenden sandte,
Wenn sie nun kaum noch hofften, und wenn die blutende Wunde
Ihnen am Tiefsten in den zerrissenen Seelen itzt brannte.
Und, o Salem, wofern die Begier, die beiden Geliebten
Wieder in Gottes Ruhe zu sehen, Selith nicht täuschte,
Sah ich, sah jetzt eben im sanften Auge des Mittlers
Kommende Tröstung für sie!« So redete Selith und irrte
Nicht in seinen Gedanken. Des Gottversöhners Erbarmung
Konnte gegen Johannes sich nicht und die Mutter in Jammer
Länger nicht halten. Er sah auf sie mit Blicken herunter,
Welche mit neuem Leben ihr sinkendes Leben durchströmten.
Und er neigte, sie anzureden, sein göttliches Antlitz
Gegen sie nieder. Da hörte mit bebendem Warten die Mutter
Freudigbang, als ob sie vom Tod erwacht', in die Höhe.
Und zu ihr kam die Stimme des ewigen Sohnes herunter:
»Meine Mutter, er ist Dein Sohn!« Darauf zu dem Jünger:
»Sie ist Deine Mutter!« Die beiden Liebenden wandten
Sich mit Staunen und Dank und Thränen gegen einander.
Aber der Sterbende schwebte, von Gottes Gericht belastet,
Litt, was zu denken die Seel' erbebt, was zu sagen die Sprache,
Selbst der Himmel, die Gott an dem Throne besingt, verstummet.
Stille voll Tiefsinn schwieg um den Todeshügel. Die Erde
Zitterte unaufhörlich in ihren Tiefen; doch wurden
Ihre verborgneren Schauer noch in den Thalen nicht hörbar,
Wo Jerusalem lag. Erst einmal war die Erschüttrung
Zu der Empörerin aufgestiegen. Dunkles Gefühl nur,
Etwas, das von fern herdroht, noch versenkt in der Zukunft
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Meere, doch rauscht schon Fluth des Gehobnen, Ahndung von Rache
Wegen des Blutes, das jetzo floß, befiel in dem ganzen
Weiten Drang um Golgatha her mit Graun des Volks Herz.
Aber der Erde geheimes Entsetzen bebt' in den Klüften
Eines finstern Felsengebirgs, zu welchem, daß einsam
In der Erd' Abgrund er trauerte, ferne vom Oelberg
Abbadona geflohn war. Er saß an dem Hange des Felsen,
Sah dem stürzenden Strome, der ihm bei den Füßen herabfiel,
Starrend nach und begleitete mit hinhörendem Ohre
Jeden Donner des schäumenden Stroms, der hinab von den Höhen
Ueberhangender Berge von Abgrund rauschte zu Abgrund.
Schnell empfindet er unter sich wandelndes Beben; dann stürzen
Neben ihm Felsen bin. Abbadona schreckte der Erde
Lautes Trauren! So nannt' er ihr Zittern. »Jammert die Erde,
Daß der Staub ihr Kinder gebar? und ist sie ermüdet,
Ihrer Söhne Verwesung in ihrem Schooße zu tragen,
Ihnen ein ewiges Grab, das stets von neuem Gebeine
Schwillt, inwendig fürchterlich ist, ob es außen der Frühling
Gleich mit der Blume beduftet? Ach, oder klagt sie den großen,
Göttlichen Mann, den am Berg in Mitternächten ich sahe?
Leiden sahe, was nie ein Endlicher litt? Was ist wol
Jetzt sein Schicksal? Und warum weil' ich, ihn wieder zu suchen?
Ist mir die Hand des ernsten Gerichts auf der oberen Erde
Etwa näher als hier? Ihr kann ich nirgends entfliehen!
Flöh' ich auch aus der Schöpfung, sie würde doch mich ergreifen!
Ja, ich such' ihn! Ich will der furchtbaren Duldungen Ausgang
Sehen, will ganz die erstaunungsvolle Begebenheit wissen!
Aber wenn ihn nur nicht so vieler Himmlischer Schaaren
Stets umgäben! Als ich vor ihm jüngst flohe, wie schreckte
Mich ihr schleuniger Anblick! Und, wagt' ich der Himmlischen Schimmer
Nachzuahmen und kühn in einen Engel des Lichtes
Mich zu verwandeln, würden mich nicht die Blitze des Richters
Schnell enthüllen? die Engel mich nicht in meiner Gestalt sehn?
Aber Satan thut es ja, er, so mit größern Verbrechen
Gott erzürnt hat als ich! der unnachlassende Sünder
Thut es! Dazu verhehl' ich in meinem Herzen voll Jammers
Keinen niedrigen Zweck, warum ich mich also verstelle!
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Aber soll ich es, soll sich Abbadona verstellen?
Geh, Verworfner, in Deinem Elend! Also beschließ' ich,
Nicht zu gehn und das Ende des wunderbarsten der Leiden
Nicht zu wissen? Denn wie vermöcht' ich der Cherubim Herschaun,
Das zu empfinden und nicht zu fliehn?« So denket er, schwingt sich,
Zweifelnd noch, aus der Tief' empor. Kaum hat er der Erde
Oberen Staub betreten, als er mit Erstaunen zurückbebt.
Denn er sahe vor sich in schreckenden Nächten die Erde
Liegen. »Am Mittag,« dacht' er, »in diesen belastenden bangen
Finsternissen! Ist sie nun auch dem ernsten Gerichte
Reif geworden? und soll sie vergehn? Des Ewigen Schrecken
Ruhen auf ihr! Die Hand des Allmächtigen hat sie ergriffen!
Und warum? Hat ihr Schooß den wunderbaren Erdulder
In sich begraben, und fordert von ihren Söhnen ihn Gott nun?
Aber kann er sterben? Wohin ich blicke, verwirrt mich
Jeder neue Gedanke! Viel besser eil' ich und such' ihn,
Seh' ihn und lerne dadurch, als daß ich einsam hier grüble.«
Als er so sich entschloß, da stand er am waldichten Gipfel
Eines Gebirgs und sucht' in der überhüllenden Dämmrung,
Lange sucht' er die heilige Stadt mit fliegenden Blicken;
Sah sie endlich, wie Trümmern, auf denen bewölkender Dampf schwimmt,
Ferne liegen. Und nun – es bebeten ihm die Gebeine,
Da er es that – nahm er die Gestalt der Engel des Lichts an,
Seine Jünglingsgestalt, worin er im Thale des Friedens
Schimmerte. Aber sie ward ein fernnachahmendes Bild nur.
Zwar floß glänzendes Haar auf seine Schultern hernieder,
Unter den glänzenden Locken erklangen ihm goldene Flügel,
Und die Klarheit des werdenden Tages deckte des Seraphs
Leuchtendes Antlitz; doch fast entrann die Thräne den Augen.
Endlich flog er den bebenden Flug. Wo am Dicksten die Nacht lag,
Diesem Gefilde nähert' er sich. Zu dem Todeshügel
Strömt' am Dicksten die Nacht vom schweigenden Himmel herunter.
Als er an dem Gestade des todten Meeres heraufschwebt,
Höret er fürchterliches Gebrüll der steigenden Wasser,
Mit der Wogen Gebrüll gequälter Verzweiflungen Jammern.
[88]
So, wenn die Erde bebt und gerichtbelasteter Städte
Eine, nun eine der großen Verbrecherinnen, verurtheilt,
Mit der sinkenden sinkt, so winseln dann mit dem schnellen
Dumpfen Donnerschlage der unterirdischen Rache
Todesstimmen herauf. Noch einmal bebet die Erde,
Und noch einmal ertönen mit ihr entheiligte Tempel,
Stürzende Marmorhäuser und ihrer zu sichern Bewohner
Todesstimmen. Es flieht der bleiche rufende Wandrer.
Abbadona vernimmt mit des todten Meeres Getöse
So das Gebrüll der beiden Gerichteten, kennt sie, entsetzt sich,
Flieht mit wankendem Fluge die jammerhallenden Ufer.
Und nun nähert' er sich der Cherubim Kreise. Ein schnelles,
Unbezwingbares Schrecken ergriff ihn, als er den vollen,
Himmelglänzenden Kreis der Ungefallnen erblickte.
Bald wär' ihm die lichte Gestalt in entstellendes Dunkel
Wieder zerflossen! Die äußersten Engel, vertieft in das Anschaun
Deß, so den wunderbaren, den fündeversöhnenden Tod starb,
Sahen den Kommenden nicht. Allein Eloa erblickt' ihn,
Schnell erkannt' er ihn, denkt: »Du Gottverlassner! ... Der bange,
Jammernde Seraph, will er den Gekreuzigten sehen? Er sah ihn
Schon an dem Oelberg leiden! Er suchet ihn wieder! Wie elend
Ist er! Geschmolzen von dieser gebeugten daurenden Reue!
Fast seit seiner Erschaffung in diese Thränen ergossen!
Gott, Weltrichter, Du wirst mit ihm es Alles vollenden,
Was Du beschlossest! Und ich, wie könnt' ich über sein Schicksal
Noch erstaunen? Ist nicht, durch den die Unsterblichen wurden,
Jesus Christus am Kreuz, den ewigen Tod zu erdulden
Und zu sterben der Menschen Tod?« Er fällt auf sein Antlitz
Betend nieder und liegt und weint zu dem großen Erdulder.
Jetzt erhub er sich, winkte der Engel einem. Der Seraph
Stand vor ihm da. So sprach Eloa: »Fleug zu den Engeln
Und den Vätern, sage zu ihnen: Mit zweifelndem Zittern
Nahet sich Abbadona. Wofern er in Eure Versammlung
Noch zu kommen es wagt, so laßt den Traurenden kommen.
Denn er naht sich mit Thränen, zu sehn den sterbenden Mittler.
[89]
Keiner gebiet' ihm, zu fliehen! Laßt ihm die quälende Lindrung!
Denn es umgeben das Kreuz schuldvollere Sünder, als er ist!«
Abbadona umzitterte noch die Versammlung der Engel,
Zweifelte, schwebt' und stand und glitt an dem Boden. Er wäre
Gerne geflohn; allein er ermannte sich durch den Gedanken:
Keinen Geringeren als den Versöhner könnte der große
Festliche Kreis der Engel umgeben. Nun wagt' er es, schwebte
In den schreckenden Kreis. So wie die Engel ihr Antlitz
Wendeten und ihn erblickten, so sahen sie bange Verstellung,
Todtes Lächeln und Glanz, der keine Seligkeit strahlte,
Tausendjährigen Gram, unüberwindliches Trauren,
Abbadona. Sie ließen mit stillem Mitleid ihn fortgehn.
Und er näherte sich dem nachtbelasteten Hügel,
Sah die Gekreuzigten, wandte sich. »Nein, ich will sie nicht sehen,
Nicht der Sterbenden Antlitz! Ihr Gram verwundet zu tief mich!
Führt zu trübe Bilder vor meinem Geiste vorüber!
Klaget zu laut vor dem Richter mich an! Denn, ach, der gewandte,
Kurze, fliegende Blick auf ihre Wunden durchflammt mich
Schon mit wüthender Angst! Mitunglückselige Menschen
Und so sehr mitschuldige, daß durch schwarze Verbrechen
Eure Brüder Euch zwingen, sie vor dem Antlitz der Sonne,
Feierlich vor der Versammlung unzählbarer Mengen zu tödten!
Nein, es soll sie mein Auge nicht sehn, die Ihr jetzt der Verwesung,
Grausam oder gerecht, zusendet! Dem trüben Gedanken,
Qualenvoller, entreiß Dich dem ängstlichen Todesgedanken!
Den ich suche, wo find' ich ihn auf? Ja, diese Versammlung
Aller Himmel ist nicht umsonst heruntergestiegen!
Sie umgiebt ihn! Er ist auf dieser heiligen Stätte!
Aber wo? In Gethsemane war das furchtbarste Dunkel,
Wo er war; doch hier strömt's auf den Hügel der Schädel,
Und da kann er nicht sein. O, wenn ihn ein Engel mir zeigte!
Wenn ich fragen dürfte, mir dann ein Engel ihn zeigte!
Unglückseliger! Wenn sie mich nur an dieser Erschüttrung,
Dieser schleunigen Wehmuth nicht kennen, zu fliehn mir gebieten!
Nein, sie bemerken mich nicht, vertieft in große Gedanken
Von dem göttlichen Manne, zu dem sie der Richtende sandte!
Ach, wo ist er? Ist er vielleicht in des deckenden Tempels
Allerheiligstem? Betet er dort von Neuem? und soll ihn,
[90]
Wie er leidet, kein Endlicher mehr, nicht den blutigen Schweiß sehn,
Welcher ihm von dem Angesicht rinnt? Doch der Himmlischen Augen
Sind ja mehr auf den Hügel als auf den Tempel gerichtet,
Wenn ich anders es seh', wohin sie blicken. Verworfner!
Ja, so bist Du erniedrigt, Du darfst Dein Auge, der Scham voll,
Nicht zu den Gottgetreuen erheben, obgleich Du es wagtest,
Ihnen selber in ihrer verklärten Gestalt Dich zu zeigen!
Auf dem Hügel der Schädel? Vielleicht, daß er dort, wo Verbrecher,
Diese lautesten Zeugen des Falls der Sterblichen, bluten,
Was er auf Erden zu dulden beschloß, vollendet? Vielleicht liegt
Unter Gebein der Göttliche dort und fleht zu dem Richter?
Ach, so muß ich denn wieder zum Todeshügel mein Antlitz
Wenden!« Er wandt' es, doch schwebet' er bang mit säumendem Fluge;
Seitwärts schwebt' er hinab und suchte lange mit scharfen
Schnellen Blicken unter den Kreuzen. Er findet Johannes
Und begleitet des Jüngers Blick mit geheftetem Auge.
Und der Geopferte für die Verbrecher hing in die Nacht hin,
Schien mit brechendem Aug' ein Grab zu der Ruhe zu suchen.
Als von dem ersten Entsetzen sich Abbadona emporwand,
Dacht' er: »Es ist nicht möglich! ist nicht möglich! er ist's nicht!
Sterben? es ist nicht möglich! Allein, Ihr Himmel, was wag' ich
Mir zu überreden? Ich täusche mich nicht! Ich seh' ihn!
Ja, er ist es dennoch! Ach, den ich sah an dem Oelberg,
Leiden sahe, was nie ein Endlicher litt, Dein Opfer,
Unerbittlicher Richter, er ist es!« Er sank zu dem Hügel
Tiefer hinab. »Hier will an der Erde Staub ich,« so dacht' er,
»Auf das Ende des unerforschlichsten aller Gerichte
Warten und, wenn's ein Endlicher kann, den göttlichen Dulder
Sterben sehn! Was ist es in mir, das wie Ruh mich besänftigt?
Ist es der Angst Betäubung? ist es wirkliche Hoffnung?
Ach, der Hoffnungen beste, vernichtet zu werden? O, täusche,
Einzige Hoffnung, täusche mich nicht! Mich däucht ja, ich dürfe
Um die Vernichtung dem Richter itzt flehn! Es däucht mich, er werde
Jetzt mich erhören! O, wenn der göttliche Dulder sein Haupt nun,
Richter der Welt, an dem Kreuze geneigt hat, und Du ein Vergelter,
Daß wir die Sünd' erschufen, ach, zu der Sünde verführten,
Einige dieser Verbrecher als Todesopfer dem Schatten
Deines Getödteten weihst und an seinem Grabe vernichtest:
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Ach, dann sondre mich auch, den Verworfensten unter den Sündern,
Abbadona mit aus, daß Du dem Todten mich opferst!
Ach, dann bin ich nicht mehr, dann fühl' ich der nächtlichen Qualen
Flamme nicht mehr! Ich war einmal; dann bin ich vergangen,
Aus der Wesen Reihe verlöscht, bin auf immer vergangen,
Von den Engeln, von allen Erschaffnen, von Gott vergessen!
Sieh, ich neig' entgegen mein Haupt, Gott, Deiner Allmacht!
Würdige, Richter der Welt, mich, daß sie mit geheimer Berührung
Oder mit fallendem Strahl aus Deiner Schöpfung mich tilge!«
Also wünscht, so wähnet er, hoffen zu dürfen; er freut sich,
Und er entsetzt sich über die Hoffnung. Er schwebt' an dem Staube,
Blickte zum blutigen Kreuz hinauf, zu dem sterbenden Mittler,
Dachte mit jedem fliegenden Blick, der Göttliche würde,
Nun, nun sterben. Und trüberes Graun, vernichtet zu werden,
Ueberströmte mit jedem Gedanken ihn. Sichtbar verdunkelt,
Stand er und strebet' und rang, die lichte Gestalt zu behalten.
Da er also strebt' und sich in der Bangigkeit wandte,
Sah er nicht ferne von sich bei einem der Kreuze, zur Rechten
Jenes höheren Kreuzes, das mitten schreckender aufstieg,
Dort auf einmal in Strahlen den mitgeschaffnen, geliebten,
Furchtbaren Abdiel schweben. Die ringsumglänzenden Engel
Hüllet' ihm Dunkelheit ein. Die Schöpfung ward ihm zu enge.
So ergriff ihn die Angst, es würde sein Freund ihn erkennen.
Was in ihm Unsterbliches war, die geistigen Kräfte
Alle ruft er zurück, daß Abdiel ihn nicht erkenne.
Eilend, als wär' er von Gott aus fernen Welten zu andern
Fernen Welten gesandt und dürft' auf der Erde nicht weilen,
Wandt' er zu Abdiel sich und sprach die geflügelten Worte:
»Sag, Geliebter, Du weißt es vielleicht: Wenn ist es dem Mittler,
Daß er sterbe, gesetzt? Mir ward, daß ich eilte, geboten,
Und ich wünsche doch auch, die heilige, gottgewählte,
Schreckliche Stunde, wo ich auch sei, anbetend zu feiren!«
Abdiel stand gewendet. Allein nun kehrt er sein Antlitz
Auf den Verlornen und sagt mit Ernste, den Wehmuth mildert:
»Abbadona!« So steigt ins Gesicht des blühenden Jünglings,
Welchen der rufende Blitz erschlug, die Farbe des Todes
Schleunig herauf; so strömte des Abgrunds Nacht in das Antlitz
[92]
Abbadona's empor. Die Heiligen sahen ihn alle
Dunkel werden. Er floh aus ihrem schreckenden Kreise.
Als er am fernen Himmel bei Palmenbüschen hinabsank,
Kam an der anderen Seite des Wäldchens ein bebender Todter
Dunkler als Abbadona herauf. Die Himmlischen sahn ihn.
Und es sprach zu dem Andern der Himmlischen einer: »Wer ist er,
Jener Verworfne, der dort von den Palmen gegen uns herkommt?
Wie die Hand des Gerichts ihm seine Stirne gebrandmarkt,
Wie der ewige Tod den Gottverlassnen entstellt hat!
Aber er wagt's, in unsre Versammlung zu fliehn! Doch ich staune
Jetzt, Geliebter, nicht mehr. Erkennst Du den hohen Obaddon,
Der dem Todten gebeut? Ach, es ist der Geist des Verräthers!«
Nunmehr brachte den bangen Verworfnen der Todesengel
Näher zum Kreuz herüber; nun sahn ihn die Himmlischen alle!
Dunkel, ein Flecken der Nacht, die über die Erd' herabhing,
Angstvoll, als wenn, wohin er auch schwebete, über ihm Blitze
Sich zu entzünden, unter ihm sich die Erde zu öffnen,
Jene des Rächenden Feuer auf ihn herunter zu schleudern,
Diese mit gleichem Ergrimmen ihn zu verschlingen bereit sei:
Also näherte sich dem Kreuze der Geist des Verräthers.
Und er sahe – das mußt' er – zum Todesengel Obaddon
Unverwendet empor. So wie die Rechte des Seraphs
Und in der schreckenden Rechten das flammende Schwert sich bewegte
Und den Flug ihm gebot, so flog der gerichtete Sünder.
Jetzo blieb Obaddon auf einer hangenden Wolke
Mit dem Bebenden stehn und sprach mit gebietender Stimme:
»Schau, Verworfner! Da liegt Bethania! Kaiphas' Hütte
Hier! dort unten das Haus, wo Du seines Todes Gedächtniß
Auch empfingst! Da ist Gethsemane! jener Dein Leichnam!
Bebest Du? aber fleuch nicht!« Er streckte das flammende Schwert aus.
»An dem Kreuz, das umnachteter über die andern heraufragt,
Der ist Jesus Christus! Er stirbt, sich wegen der Menschen
Gott zu opfern, ihr Leben und ihren Tod zu versüßen,
Diesem Tode, den Du jetzt leidest, dem ewigen Tode
Sie zu entreißen und sie zu erhöhn zu der Gottheit Anschaun!
Diese Wunden, aus denen das gottversöhnende Blut quillt,
Glänzen, wenn er mit ihnen dereinst, ein Richter der Welt, kommt!
Und nun wende Dich, Todter!« Mit niedergebückter Verzweiflung
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Wendete sich der Todte. Von ihm entlastet Obaddon
Schnell der Heiligen Kreis. Schon schweben sie unter Gestirnen.
Und die unübersehbare Weite der schweigenden Schöpfung
Schreckt den Verräther. Ein schneller, ihm qualenvoller Gedanke
Von dem allgegenwärtigen Richter erschüttert ihn. Lange
Bebet er, eh er es wagt, zu dem Todesengel zu sagen:
»Fürchterlichster der Engel, vernichte mit dem entflammten,
Blitzewerfenden Schwerte mich! Ach, zu dem ewigen Richter,
Führe zu seinem Throne mich nicht!« – »Gehorch und verstumm Du!«
Also gebot ihm der Todesengel, und zürnender führt' er.
Endlich stand auf der Sonnen einen (das flammende Schwert wies)
Judas Ischariot still, bei ihm der Engel des Todes.
Und er zeigt dem Verräther von fern den Himmel der Gottheit,
Ihrer sichtbarsten Herrlichkeit Stätte, die Stätte des Anschauns.
Ob der Richter itzt gleich in heiliger Dunkelheit thronte,
Und die Halleluja des ewigen Lebens, die Feier
Seiner Gerechten um ihn, und ihre Wonne verstummten:
Dennoch war der Himmel nicht minder Himmel, der Gottheit
Würdiger Sitz; und selbst für die ersten der Seligen hatt' er
Nichts von seiner den Menschen undenkbaren Wonne verloren.
»Dies,« so sagt' Obaddon zum Gottverworfenen, »dies ist
Gottes Himmel, der seligsten Offenbarungen Schauplatz,
Welcher Die, so ihn lieben, der Unaussprechliche würdigt.
Gott hat vor den Endlichen jetzt sein Antlitz verborgen.
Auf dem Throne, den Nacht – fall nieder, beb und verzweifle –
Heilige Nacht, wie sie Dein neues Auge noch nie sah,
Schreckend umhüllt, dort schauen wir sonst die Herrlichkeit Gottes!
Jener himmlische Hügel, er heißet Sion. Auf ihm wird
Er, so vom Anbeginne der Welt für die Menschen erwürgt ist,
Oft den vollendeten Frommen mit seinen Gnaden erscheinen.
Zwölfe jener goldenen Stühle, die Du auf dem Sion
Gleich den Sonnen erblickest, sind des Erlösenden Jüngern
Von dem großen Belohner bestimmt. Auf diesen, Verräther,
Richten die Jünger dereinst die Welt. Du warest ein Jünger!
Jammere nicht, daß vernichtet Du werdest; Du jammerst vergebens!
Schau! So viele Dein Auge der Herrlichkeiten des Himmels
Jetzt zu entdecken vermag: so viele Qualen hat Gott Dir
Hier, Gerichteter, zugemessen! Vergebens bestrebst Du
Dich, Ohnmächtiger, nicht zu dem Himmel hinüber zu blicken!
[94]
Lerne die Allmacht kennen des Richtenden! Felsen im Meer gleich,
Die kein Sturm nicht bewegt, sollst Du hier stehen und schauen!
Daß er in diesen Himmel, zu dieser ewigen Ruhe,
Die ihn lieben, erhöh', stirbt Jesus Christus am Kreuze!«
Mit den Worten verließ Obaddon ihn, schwebte zum Himmel
Weiter hinüber und blieb auf der Sonnen einen des Himmels,
Anzubeten. Er kommt zurück von dem ernsten Gebete
Zu dem Verworfnen, der stehet und schaut und ewigen Tod fühlt.
»Wende, Todter, Dich! komm! Ich führe Dich jetzt zu der Hölle,
Deiner ewigen Wohnung!« So sprechen Donner, so sprach es
Mit zerschmetternder Stimme der Todesengel und eilte.
Und schon näherten sie der Hölle sich, hörten von ferne
Ihr Getöse, das an der äußersten Schöpfung Gestade
Brüllend schlug und unter den nächsten Sternen verhallte.
In dem Raume, den Gott ihr in dem Unendlichen abmaß,
Wälzt sie sich, keiner Ordnung gehorsam, auf und nieder,
Keinem Gesetz der langsamen oder schnellen Bewegung,
Fleugt sie eilend einher; so hatte Gott ihr geboten,
Ihrer Bewohner neue Verbrechen durch wildere Flammen,
Durch geschärftere Pfeile des ewigen Todes zu rügen.
Damals flog sie mit wüthender Eil' herauf. Der Verworfne
Und sein mächtiger Führer verlassen die Grenzen der Welten,
Schweben hinab zu der Hölle Thor. Der Engel des Todes,
Der es hütet, erkennt Obaddon, sieht den Verbrecher,
Der sich neben ihm krümmt und noch zu entfliehen sich martert.
Aber unter dem flammenden Schwerte gebückt, muß er eilen.
Und der herrschende Seraph, des Abgrunds Hüter, eröffnet
Mit weitschmetterndem Krachen die diamantene Pforte.
Lägen Gebirge darin, sie würden den furchtbaren Eingang
Nicht ausfüllen; sie würden nur rauher ihn machen. Obaddon
Bleibt hier stehn mit dem Todten. Es führet kein Weg zu der Hölle
Schreckenden Tiefen. Es wälzen sich nah bei der Pforte die Felsen
Unabsehlich hinab, durch träufelndes Feuer gespaltet.
Sprachlos, schwindelnd, bleich, mit weitvorquellendem Auge
Blickt das Entsetzen hinunter. Der göttlichen Rache Vollender
Stand an diesem Grab – hier schläft der Tod nicht – mit Dir still,
Judas Ischariot, Du Verräther! Da sagte der Seraph
Weggewendet, allein das niedersinkende Schwert wies
In die Tiefe: »Dies ist der Gerichteten Wohnung und Deine!
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Daß sie nicht, die Erdegebornen, die Sünder, den Tod hier
Leiden, den ewigen Tod, stirbt Jesus Christus am Kreuze!«
Also sagt er und stürzt den Verworfnen hinab in den Abgrund,
Eilet, entschwingt der Hölle sich, fliegt durch die Welten. Itzt kömmt er
Zu dem Altar des Geopferten Gottes, zu Golgatha wieder,
Steht und wartet auf neue Befehle der zürnenden Allmacht.

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